Der VKS-Blog

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Ich bin Josi und meine Stammzellspende fand im Januar 2018 statt. Meine Typisierung allerdings fand bereits vor dreieinhalb Jahren statt. Damals gab es eine große Typisierungsaktion, weil ein kleines Mädchen aus meiner näheren Umgebung an Leukämie erkrankt war und einen Spender gesucht hat.

Die Typisierung ging ganz schnell und unkompliziert. Es wurde lediglich ein Abstrich auf der Innenseite meiner Wangen gemacht und nach 5 Minuten konnte ich wieder gehen. Danach habe ich sehr lange nichts vom VKS gehört – ich habe es schon fast vergessen gehabt, dass ich mich überhaupt registriert habe. Doch im Sommer 2017 bekam ich eine E-Mail, dass ich als möglicher Spender in Frage kommen würde. Das Gefühl in dem Moment war unbeschreiblich: Aufregung, Freude, Spannung, Respekt... Bis zu diesem Zeitpunkt glaubte ich auch noch an das klassische Bild einer Knochenmarksspende: OP mit Narkose zur Entnahme des Knochenmarks. Doch das traf auf mich nicht zu und ist auch die seltenere Form der Spende.

Die nächsten Schritte waren: Telefonate mit den Mitarbeitern des VKS' führen, Blutproben in die Kliniken schicken (in die Klinik der Spende (in meinem Fall in die Uniklinik Carl Gustav Carus in Dresden) und in die Klinik des Patienten), Termine für die Voruntersuchung sowie die Spende ausmachen, die Voruntersuchung (Blut- und Urinproben, Sonografie, EKG, Aufklärungsgespräch mit dem Arzt/der Ärztin) und zum Schluss die eigentliche Stammzellspende.

Wie gesagt, die Spende habe ich mir anfangs ganz anders vorgestellt. Daher gibt es jetzt eine Aufklärung für alle, die genau so ein fehlerhaftes Bild haben: Über 80% der Spenden lassen sich sehr gut mit einer Plasmaspende vergleichen. Das Blut wird an einem Arm durch eine Kanüle an der Armbeuge entnommen, läuft durch Schläuche in eine Maschine, in der das Blutplasma sowie die lebensrettenden Stammzellen aus dem Blut gefiltert werden. Anschließend fließt das eigene Blut wieder zurück in den Körper, sodass man fast keinen Blutverlust hat. Die ganze Prozedur hat in meinem Fall vier Stunden gedauert. Ich wurde von meiner Mama begleitet, sodass ich eine prima Ablenkung in dieser Zeit hatte. Außerdem konnten wir gemeinsam einen Film schauen, der die Zeit auch schnell vergehen ließ.





Damit es überhaupt zu einer Entnahme der Stammzellen kommen kann, muss vorher ein bestimmtes Medikament gespritzt werden. Dies mobilisiert die Stammzellen ins Blut, sodass es möglich ist, die Zellen direkt aus dem Blut zu filtern. Bei dem Aufklärungsgespräch mit dem Arzt im Vorfeld wird man sehr gut eingewiesen, wie man sich selbst spritzt. Außerdem habe ich noch Anleitungen in zweifacher Ausführung für Zuhause mitbekommen – es konnte also gar nichts schief gehen. Wer sich allerdings nicht selbst spritzen kann, kann sich selbstverständlich auch Hilfe suchen. Das Ganze kann natürlich auch Nebenwirkungen haben. In meinem Fall waren es Glieder- und Kopfschmerzen. Aber bei dem Gedanken daran, einem Menschen neue Hoffnung und im besten Fall sogar ein neues Leben zu geben, bin ich der Meinung, ist dies ein kleiner Preis! Sobald die Spende vorüber war, ging es mir blendend und alle vorher auftretenden Schmerzen waren vergangen.

Abschließend kann ich sagen, dass ich sehr glücklich bin, diesen Weg gegangen zu sein. So eine Spende verändert. Man läuft mit viel offeneren Augen durch die Welt! Jedes Leben ist wichtig und es ist ein kleiner Preis, einen Teil seiner eigenen Stammzellen abzugeben, um ein Leben zu retten! Und – sind wir doch mal ehrlich – der Gedanke daran, dass der Patient dann die eigene Blutgruppe annimmt, ist schon ganz schön cool... :-)

Also lasst Euch typisieren! Es tut Euch nicht weh und geht ganz fix! Denn nur GEMEINSAM können wir den Blutkrebs besiegen!

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