Meine Stammzellspende

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"Jeder kann in die Lage kommen, wo er auf die Hilfe eines anderen Menschen angewiesen ist."

Hans-Jürgen Uhlig berichtet über seine Stammzellspende

Mein Name ist Hans-Jürgen Uhlig. Ich bin vierzig Jahre alt und arbeite als Kundenbetreuer bei der Telekom.

Im Oktober 1997 hatte unsere Familie allen Grund zum Feiern, denn meine Frau und ich wurden Eltern von Drillingen. Seitdem ist in unserem Leben alles anders geworden und trotz allem Trubel denke ich oft über die Schicksale anderer Menschen nach. Am 14. Dezember 1999 ließ ich mich bei einer in Chemnitz durchgeführten Aktion als Stammzellspender in die Datei des Vereins für Knochenmark- und Stammzellspenden eintragen. Der Grund war die Leukämieerkrankung eines 11-jährigen Mädchens aus unserer Verwandtschaft und ich wollte unbedingt helfen. „Vielleicht bin ja gerade ich der passende Spender!“ waren meine Gedanken.


Obwohl ich für unsere kleine Verwandte leider nicht der passende Spender war, kam kurze Zeit später vom VKS ein Anruf, dass meine Gewebemerkmale mit einer anderen an Leukämie erkrankten Patientin übereinstimmen und ich als Stammzellspender in Frage komme. Nun ging alles sehr schnell und ohne lange Überlegungen gab ich meine Zustimmung zu einer Stammzellspende. Denn was gibt es Schöneres als einem Menschen helfen zu können?

Um erkennbare Risiken auszuschließen, wurde ich nun eingehend untersucht und alle Tests verliefen positiv. Bei der Stammzellspende wird über vier Tage eine hormonähnliche Substanz gespritzt, die zum Anstieg der Stammzellen im Blut dient. Da ich gerade in der dafür vorgegebenen Zeit Urlaub mit meiner Familie geplant hatte, spritzte ich mir den Wachstumsfaktor selbst und bin damit gut zurechtgekommen.

Danach fuhr ich in das Carl Gustav Carus Universitätsklinikum Dresden, wo während vier Stunden mein Blut durch eine Maschine gepumpt wurde, die die Stammzellen herausfiltert. Das restliche Blut wird kontinuierlich dem Körper zurückgegeben und die gesammelten Stammzellen werden auf dem schnellst möglichen Weg an den Ort gebracht, wo der vorbereitete Patient auf die Transplantation wartet. In dieser Zeit wurde ich sehr gut von dem ärztlichen Personal und den Mitarbeitern des Vereins betreut, sodass ich nach einer Übernachtung in Dresden schon am nächsten Tag nach Hause fahren konnte. Während der Mobilisierung der Stammzellen im Blut und nach der Entnahme verspürte ich noch einige Zeit ein Kribbeln im Brustbein. Doch was ist das schon gegen die Vorstellung, dass die Patientin durch mich wieder gesund werden kann.

Meine Bitte deshalb: Werden Sie Spender. Jeder kann in die Lage kommen, wo er auf die Hilfe eines anderen Menschen angewiesen ist.



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